StudDating – Aus einsam mach zweisam

 

Datum: November 2013

Redakteuer: Manuela Falk

Sprecher: Manuela Falk

Beschreibung:

Auf dem Weihnachtsmarkt sieht man sie wieder, die Pärchen, die zusammen Glühwein trinken und sich gegenseitig wärmen. Aber es gibt auch viele Singles, die noch auf der Suche sind. Wie sonst lässt es sich erklären, dass es in Gießen gleich zwei Mal Speeddating für Studenten gibt? Einmal vom Lokal International und einmal StudDating. Zweiteres haben wir genauer unter de Lupe genommen.

Beitrag:

Das Licht ist gedämmt, Musik im Hintergrund. Die Tische verstecken sich unter weißen Decken. Darauf rote Rosenblätter, von Kerzen erleuchtet. An jedem Tisch stehen zwei Stühle. Und in der Mitte des Tisches eine Nummer. Die ersten Teilnehmer kommen an, werden mit einem Sekt empfangen und über das Bevorstehende informiert. Dann werden noch die Namensschildchen beschriftet. Das StudDating kann beginnen. Die Idee dafür kam Amrei Smekal bereits in ihrem ersten Semester.

Das war ganz lustig, ich hab das geträumt. Ich bin morgens aufgewacht und dacht so: Voll die geile Idee. Hab dann erstmal meine ganzen Freude gefragt: „Hier ich hab da was geträumt, was haltet ihr denn davon?“

Ihre Freunde fanden diese Idee auch gut, aber sie dachten nicht, dass sie es tatsächlich durchzieht. Aber im Frühjahr 2013 war es soweit: Zusammen mit ihrer Freundin und Mitbewohnerin Vanessa Guhr gründete sie StudDating. Wer teilnimmt, zahlt sieben Euro. So kann man sich als Student auch etwas dazu verdienen. Vanessa Guhr betont:

Wir halten die Preise schon recht niedrig, weil es studentengerichtet ist. Deswegen ist der Verdienst am Ende jetzt nicht bombastisch aber es geht ja auch um die Idee dahinter.

Die Idee ist, in einer lockeren Atmosphäre neue Leute kennenzulernen. Man sollte auch gar nicht so gezwungen hingehen und erwarten seinen Traumpartner zu finden. Vielmehr soll man mit dem Gedanken hingehen, neue Leute kennen zu lernen und einen schönen Abend zu verbringen. Die beiden Veranstalterinnen wissen auch gar nicht, ob tatsächlich schon Traumpärchen entstanden sind. Dafür fehlt ihnen das Feedback. Dates finden allerdings statt, wenn auch nicht immer mit dem gewünschten Ergebnis. Ein Teilnehmer, der gerne anonym bleiben möchte, berichtet.

Was kam, hatte mich total überrascht. Also um ehrlich zu sein, hatte sie geschrieben, dass sie mittlerweile einen kennen gelernt hat und es ist dabei sich etwas zu entwickeln. Aber je nach Verlauf würde sie sich dann gerne wieder bei mir melden.

Die Partner haben acht Minuten Zeit, sich besser kennen zu lernen. Dann ertönt eine Klingel. Notizzeit. Man schreibt sich das Wichtigste über diese Person auf. War sie sympathisch? Haben wir gemeinsame Interessen? Und die wichtigste: Will ich diese Person wiedersehen? Dann klingelt es wieder. Wechsel. Die Partner tauschen. Potentielle Anwärter für ein nächstes Treffen gibt es durchaus, wie Amrei betont.

Vom Aussehen her und von der Persönlichkeit her, gibt es ganz unterschiedliche außergewöhnliche Charaktere. Es gibt viele, wo man denkt „Wow, die sehen aber echt gut aus“. Eben nicht genau diese „Oh Gott, da gehen nur total Verzweifelte hin, die es total nötig haben.“ Also man merkt dann auch schon, sie machen es, weil sie Lust darauf haben.

Die letzte Notizzeit beginnt. Ein letztes Mal ertönt die Klingel. Jetzt ist es an der Zeit, den Bogen auszufüllen. Dort gibt man an, wen man nochmal wiedersehen will. Die Bögen werden von den Gründerinnen ausgewertet. Bei Übereinstimmungen wird man benachrichtigt und erhält erst dann die Kontaktdaten. Bis dahin war alles anonym. Nun hat man die Wahl, ob man sich selbst meldet oder lieber wartet. Sollte keiner dabei gewesen sein, der ins Beuteschema passt, ist Geduld bis zum nächsten StudDating angesagt. Das findet jeden Monat einmal statt. Location ist die Dachterrasse über dem Café Amelié mit wunderbarem Ausblick über Gießen.