Neue Musik aus der Stadt der „Schlammbeiser“ – „The Mudbiters“ stellen sich vor

v.l.n.r.: Michel Adam, Lukas Benzing, Verena Schaier, Sebastian Lies / © Julian Jungermann

Ihr habt sie schon in unserer Sendung am 20. März gehört: Die Rockabilly-Band „The Mudbiters“. Manch einer mag den Lokalbezug schon am Namen ablesen, der an die wenig schmeichelhafte Bezeichnung „Schlammbeiser“ für die Gießener erinnert.

Die Band besteht aus der Frontsängerin Verena Schaier („Rainy“), dem Bassisten Lukas Benzing, Michel Adam am Schlagzeug und Sebastian Lies als Gitarrist und Sänger. Neben Coverversionen bekannter Rock- und Popsongs wie Soft Cells „Tainted Love“ begeistert die Band vor allem mit ihren Eigenkreationen.

Was die vier auf der Bühne können, konnten sie schon in unserer Sendung unter Beweis stellen. Jetzt haben sie uns hinter die Kulissen ihres Bandalltags blicken lassen.

 

Eure Facebookseite ging im November 2017 online. Wie ist die Band zustande gekommen
und wie lange macht ihr schon zusammen Musik?

 
Lukas: Die Band, wie sie jetzt ist, gibt es etwa seit Anfang 2017. Allerdings kennen wir uns schon länger und haben in einem vorherigen Projekt bereits zusammen Musik gemacht.
Michel: Wir machen schon seit ein paar Jahren zusammen Musik. Zuerst als Progressive Rock Band in der jetzigen Besetzung abzüglich Keyboarder und nun eben Rockabilly.
Sebastian: Lukas, Michel und ich kennen uns schon ewig. In all den Jahren sind wir neben einem gut eingegroovten Team auch dicke Freunde geworden. Rainy hatte ich ursprünglich mal für ein Akustikprojekt gecastet und dann spontan in die Band eingeladen. Es hat auf Anhieb gepasst und wir freuen uns über eine so gute Frontfrau, auch wenn uns ihre schlechten Wortwitze manchmal ganz schön auf die Nerven gehen. Aber dafür haben wir ja das Phrasenschwein eingeführt, das
sich in jeder Bandprobe reichlich füllt.

 
Wie seid ihr zum Rockabilly gekommen? Was fasziniert euch an dieser Musikrichtung?

 
Lukas: Es ist einfach mal etwas Erfrischendes. Die Musik macht Spaß! Nicht nur beim Hören, auch beim Spielen.
Michel: Mir gefällt die Vielseitigkeit an dieser Musik. Ähnlich wie beim Metal gibt es beim Rockabilly sehr viele Subgenres, die sich unterschiedlich anhören und spielen lassen.
Sebastian: Es gab eine Art musikalisches Brainstorming, bei dem jeder ein paar Songs, auf die er Bock hätte, vorgeschlagen hat. Am Ende haben wir uns zusammengesetzt, diese ganzen Songs gehört und versucht, daraus einen Kompromiss zu schließen. Es kündigte sich schon an, dass es in eine etwas straightere Richtung mit kürzeren Songs und klaren Abläufen gehen würde. Lukas ist unser großer Rockabilly-Fan (und in der Probe das sog. „Rockabilly-Meter“ beim Songwriting, um herauszufinden, ob die neue Komposition geglückt ist) und hat uns damit schnell angesteckt. So war es bald um uns geschehen, sodass sich 3/4 der Band mit einem ihnen bis dato ziemlich fremden Genre auseinandersetzen mussten. Es ist einfach irgendwie passiert und – gruseligerweise – funktioniert es noch dazu ziemlich gut! Rockabilly hat geile Texte, coole Bassläufe und mehr als genug schicke Gitarrensolos (ich kann mich wirklich nicht beklagen).
Verena: Als echtes Mädchen interessiere ich mich natürlich für die tollen Kleider und den Stil der 50er. Wer würde nicht gern im Petticoat auf der Bühne stehen? Die Musik ist für mich einfach unwiderstehlich tanzbar. Dass unser E-Bassist dann schnell mal zum Kontrabass gewechselt hat, ist natürlich perfekt! Was ich am Rockabilly am meisten liebe ist, dass es schlichtweg unmöglich ist, dabei schlechte Laune zu haben.

 

Habt ihr musikalische Vorbilder?

 
Lukas: Vorbilder würde ja heißen, dass wir genau so sein wollen wie der oder die anderen. Das würde ich so nicht sagen. Auch wenn uns natürlich einige Künstler gibt, die uns faszinieren, z.B. die Radiacs oder Janis Martin. Aber wir versuchen natürlich, unseren eigenen Stil zu finden.
Michel: Erlaubt ist, was gefällt. Uns allen gefällt beispielsweise Imelda May.
Sebastian: Aus diesem Genre überhaupt nicht. Für mich ist es meistens so, dass Lukas (und inzwischen auch die hoffnungslos angefixte Rainy) coole Songs kennen bzw. entdecken und die dann in die Band hereintragen. Die sind dann eine Inspirationsquelle und so manches Mal auch gleich der nächste Song, der es als Cover in unser Programm schafft.
Verena: Imelda May!!! Diese Wahnsinnsfrau hat einfach eine phantastische Ausstrahlung auf der Bühne. Außerdem liebe ich ihre Stimme, die sowohl kitschig schmusig klingen als auch mal den Rock im Rockabilly röhren kann.

 

Wovon lasst ihr euch am meisten inspirieren? Wann habt ihr die besten Ideen?

 
Michel: Auf der musikalischen Seite ist es vermutlich eine Mischung aus den Songs, die wir covern, und dem jeweiligen persönlichen musikalischen Hintergrund. Bei den eigenen Songs kommen die meisten guten Ideen während der gemeinsamen Proben. Es wird viel ausprobiert und behalten, was gefällt.
Sebastian: Die meisten Ideen bringt Rainy mit in die Probe. Meistens sind das grobe Textvorschläge und Melodien, auf die wir dann versuchen, dieses „Rockabilly“ zu basteln. Klappt manchmal erstaunlich gut und manchmal überhaupt nicht. Grundsätzlich wollen wir uns das Leben ins Zukunft etwas einfacher machen, indem wir instrumental starten und dann Melodie + Text dazu schreiben. Aber in der Zeit, in der wir ein cooles Riff raushauen, entwickelt Rainy meist gleich mehrere Textideen. Autofahren regt offenbar die Kreativität an.
Verena: Definitiv wenn ich alleine unterwegs bin! Die meisten meiner „Rohaufnahmen“ haben im Hintergrund das Klicken meines Blinkers an der Ampel oder das Klappern von Pferdehufen! Thematisch lasse ich mich vom Alltag inspirieren. Das kann eine Radiosendung sein oder auch mal ein Satz, den jemand zu mir sagt und der aus dem Zusammenhang gerissen ein gutes Lied ergibt. Und keine Sorge: da ist noch viel in der Pipeline! Auf meinem Handy schlummern immer mindestens fünf Refrains, die darauf warten, dass wir ihnen Strophen und Akkorde schenken.

 

Welche Konzerte sind demnächst bzw. in diesem Jahr noch geplant?

 
Alle: Im Augenblick sind noch keine neuen Konzert-Termine fix. Wir bauen derzeit unser Programm aus, damit wir ein bisschen Auswahl für unsere Live-Shows haben. Immer up to date bleibt man am besten, wenn man unsere Facebook-Seite besucht. Dort gibt’s dann nicht nur Infos zu den nächsten Konzerten, sondern auch ein paar ofenfrische Live-Videos von uns!

 

Wir bleiben gespannt und halten euch garantiert über Neuigkeiten von den „Mudbiters“ auf dem Laufenden. Schaut doch bis zum nächsten Auftritt mal bei Facebook und auf dem YouTube-Channel vorbei!

 

 

Ein Beitrag von Lena Frewer