Neue Musik aus der Stadt der „Schlammbeiser“ – „The Mudbiters“ stellen sich vor

v.l.n.r.: Michel Adam, Lukas Benzing, Verena Schaier, Sebastian Lies / © Julian Jungermann

Ihr habt sie schon in unserer Sendung am 20. März gehört: Die Rockabilly-Band „The Mudbiters“. Manch einer mag den Lokalbezug schon am Namen ablesen, der an die wenig schmeichelhafte Bezeichnung „Schlammbeiser“ für die Gießener erinnert.

Die Band besteht aus der Frontsängerin Verena Schaier („Rainy“), dem Bassisten Lukas Benzing, Michel Adam am Schlagzeug und Sebastian Lies als Gitarrist und Sänger. Neben Coverversionen bekannter Rock- und Popsongs wie Soft Cells „Tainted Love“ begeistert die Band vor allem mit ihren Eigenkreationen.

Was die vier auf der Bühne können, konnten sie schon in unserer Sendung unter Beweis stellen. Jetzt haben sie uns hinter die Kulissen ihres Bandalltags blicken lassen.

 

Eure Facebookseite ging im November 2017 online. Wie ist die Band zustande gekommen
und wie lange macht ihr schon zusammen Musik?

 
Lukas: Die Band, wie sie jetzt ist, gibt es etwa seit Anfang 2017. Allerdings kennen wir uns schon länger und haben in einem vorherigen Projekt bereits zusammen Musik gemacht.
Michel: Wir machen schon seit ein paar Jahren zusammen Musik. Zuerst als Progressive Rock Band in der jetzigen Besetzung abzüglich Keyboarder und nun eben Rockabilly.
Sebastian: Lukas, Michel und ich kennen uns schon ewig. In all den Jahren sind wir neben einem gut eingegroovten Team auch dicke Freunde geworden. Rainy hatte ich ursprünglich mal für ein Akustikprojekt gecastet und dann spontan in die Band eingeladen. Es hat auf Anhieb gepasst und wir freuen uns über eine so gute Frontfrau, auch wenn uns ihre schlechten Wortwitze manchmal ganz schön auf die Nerven gehen. Aber dafür haben wir ja das Phrasenschwein eingeführt, das
sich in jeder Bandprobe reichlich füllt.

 
Wie seid ihr zum Rockabilly gekommen? Was fasziniert euch an dieser Musikrichtung?

 
Lukas: Es ist einfach mal etwas Erfrischendes. Die Musik macht Spaß! Nicht nur beim Hören, auch beim Spielen.
Michel: Mir gefällt die Vielseitigkeit an dieser Musik. Ähnlich wie beim Metal gibt es beim Rockabilly sehr viele Subgenres, die sich unterschiedlich anhören und spielen lassen.
Sebastian: Es gab eine Art musikalisches Brainstorming, bei dem jeder ein paar Songs, auf die er Bock hätte, vorgeschlagen hat. Am Ende haben wir uns zusammengesetzt, diese ganzen Songs gehört und versucht, daraus einen Kompromiss zu schließen. Es kündigte sich schon an, dass es in eine etwas straightere Richtung mit kürzeren Songs und klaren Abläufen gehen würde. Lukas ist unser großer Rockabilly-Fan (und in der Probe das sog. „Rockabilly-Meter“ beim Songwriting, um herauszufinden, ob die neue Komposition geglückt ist) und hat uns damit schnell angesteckt. So war es bald um uns geschehen, sodass sich 3/4 der Band mit einem ihnen bis dato ziemlich fremden Genre auseinandersetzen mussten. Es ist einfach irgendwie passiert und – gruseligerweise – funktioniert es noch dazu ziemlich gut! Rockabilly hat geile Texte, coole Bassläufe und mehr als genug schicke Gitarrensolos (ich kann mich wirklich nicht beklagen).
Verena: Als echtes Mädchen interessiere ich mich natürlich für die tollen Kleider und den Stil der 50er. Wer würde nicht gern im Petticoat auf der Bühne stehen? Die Musik ist für mich einfach unwiderstehlich tanzbar. Dass unser E-Bassist dann schnell mal zum Kontrabass gewechselt hat, ist natürlich perfekt! Was ich am Rockabilly am meisten liebe ist, dass es schlichtweg unmöglich ist, dabei schlechte Laune zu haben.

 

Habt ihr musikalische Vorbilder?

 
Lukas: Vorbilder würde ja heißen, dass wir genau so sein wollen wie der oder die anderen. Das würde ich so nicht sagen. Auch wenn uns natürlich einige Künstler gibt, die uns faszinieren, z.B. die Radiacs oder Janis Martin. Aber wir versuchen natürlich, unseren eigenen Stil zu finden.
Michel: Erlaubt ist, was gefällt. Uns allen gefällt beispielsweise Imelda May.
Sebastian: Aus diesem Genre überhaupt nicht. Für mich ist es meistens so, dass Lukas (und inzwischen auch die hoffnungslos angefixte Rainy) coole Songs kennen bzw. entdecken und die dann in die Band hereintragen. Die sind dann eine Inspirationsquelle und so manches Mal auch gleich der nächste Song, der es als Cover in unser Programm schafft.
Verena: Imelda May!!! Diese Wahnsinnsfrau hat einfach eine phantastische Ausstrahlung auf der Bühne. Außerdem liebe ich ihre Stimme, die sowohl kitschig schmusig klingen als auch mal den Rock im Rockabilly röhren kann.

 

Wovon lasst ihr euch am meisten inspirieren? Wann habt ihr die besten Ideen?

 
Michel: Auf der musikalischen Seite ist es vermutlich eine Mischung aus den Songs, die wir covern, und dem jeweiligen persönlichen musikalischen Hintergrund. Bei den eigenen Songs kommen die meisten guten Ideen während der gemeinsamen Proben. Es wird viel ausprobiert und behalten, was gefällt.
Sebastian: Die meisten Ideen bringt Rainy mit in die Probe. Meistens sind das grobe Textvorschläge und Melodien, auf die wir dann versuchen, dieses „Rockabilly“ zu basteln. Klappt manchmal erstaunlich gut und manchmal überhaupt nicht. Grundsätzlich wollen wir uns das Leben ins Zukunft etwas einfacher machen, indem wir instrumental starten und dann Melodie + Text dazu schreiben. Aber in der Zeit, in der wir ein cooles Riff raushauen, entwickelt Rainy meist gleich mehrere Textideen. Autofahren regt offenbar die Kreativität an.
Verena: Definitiv wenn ich alleine unterwegs bin! Die meisten meiner „Rohaufnahmen“ haben im Hintergrund das Klicken meines Blinkers an der Ampel oder das Klappern von Pferdehufen! Thematisch lasse ich mich vom Alltag inspirieren. Das kann eine Radiosendung sein oder auch mal ein Satz, den jemand zu mir sagt und der aus dem Zusammenhang gerissen ein gutes Lied ergibt. Und keine Sorge: da ist noch viel in der Pipeline! Auf meinem Handy schlummern immer mindestens fünf Refrains, die darauf warten, dass wir ihnen Strophen und Akkorde schenken.

 

Welche Konzerte sind demnächst bzw. in diesem Jahr noch geplant?

 
Alle: Im Augenblick sind noch keine neuen Konzert-Termine fix. Wir bauen derzeit unser Programm aus, damit wir ein bisschen Auswahl für unsere Live-Shows haben. Immer up to date bleibt man am besten, wenn man unsere Facebook-Seite besucht. Dort gibt’s dann nicht nur Infos zu den nächsten Konzerten, sondern auch ein paar ofenfrische Live-Videos von uns!

 

Wir bleiben gespannt und halten euch garantiert über Neuigkeiten von den „Mudbiters“ auf dem Laufenden. Schaut doch bis zum nächsten Auftritt mal bei Facebook und auf dem YouTube-Channel vorbei!

 

 

Ein Beitrag von Lena Frewer

Radelnde Cowboys im Herbstgrau – Das erste Konzert von „Knausgard“ nachgehört

© Annika Weertz Fotografie

Seit einiger Zeit schleichen sich immer mehr deutschsprachige Titel in die musikalischen Neuerscheinungen. Ein sprachliches „back to the roots“, echte, handgemachte, authentische Musik ist das Postulat der meisten deutschsprachigen Künstler, die sich in letzter Zeit einen Namen gemacht haben. Das Ergebnis ist leider oft genau das Gegenteil von Einfallsreichtum: Die Bandbreite der Themen bei den meisten sogenannten „Pop-Poeten“ reicht selten über ein unermüdlich wiederholtes Mantra des positiven Denkens hinaus.

Knausgard macht das – zum Glück – anders. Der Solokünstler Marco Rasch, Germanistikstudent an der Uni Gießen, hat sich dem deutschsprachigen Folk verschrieben. Statt eines zermürbenden Glücksdiktats stehen in seinen Texten die „traurigsten Geschichten der Welt“ im Mittelpunkt, wie er auf seiner Facebookseite schreibt. Dass es im Leben fast immer nicht läuft und man die meisten Dinge eben nicht erreicht sind die Leitmotive seiner Texte. Und sind nicht eigentlich Verluste das Authentische?

Am vergangenen Freitag gab er sein erstes Konzert als „Knausgard“ und bot seinem Publikum in der Anschlussverwendung ein gut zweieinhalbstündiges Programm voller gesungener und erzählter Geschichten über das Leben und seine Grässlichkeiten. Solide Mollharmonien geben Texten Raum, die sich trotz ihrer mal heller, mal dunkler grau melierten Stimmung dennoch nicht herbstnebelig im Raum absetzen.

Denn bei allen Traurigkeiten lassen Knausgards Lieder Sprachwitz und Selbstironie nicht vergessen. Cowboys und Landstreicher etwa dürfen bei einem Folk-Konzert natürlich unter keinen Umständen fehlen. Der Modell-Cowboy aus den Filmen von Clint Eastwood wird an diesem Abend zum Rad fahrenden Städter – die Stiefel zu klein, das Herz dafür groß:

 

Neben einer überarbeiteten Version des Idealcowboys findet schließlich auch unsere viel zu oft viel zu graue Stadt einen Platz an diesem Abend. In Gießen im Herbst wird das Bedürfnis, bis zum Frühjahr einfach zu verschwinden, so beschrieben:

 

Konzerte wie diese möchten wir öfter hören in Gießen. Bis zum nächsten Auftritt müsst ihr aber nicht mehr allzu lange warten, denn schon bald wird Knausgard auf unserem Sender zu Gast sein. Wie, wo, warum und wann erfahrt ihr in Kürze auf unserer Facebookseite.

© Annika Weertz Fotografie

Zum Schluss müssen wir eines nun aber doch anprangern: Der in einem Song aufgestellten These, man könne aus einem Akkord kein Lied machen, fehlt spätestens nach diesem Abend jegliche Grundlage.

 

 

Ein Beitrag von Lena Frewer und Johanna Nies

Die Wortbefreier

Deniz Yücel, Oğuz Güven, Zhu Yufu – dies sind nur drei Menschen, die aufgrund ihrer kritischen journalistischen oder literarischen Arbeit inhaftiert sind oder verfolgt werden. Auch im 18. Jahr des 21. Jahrhunderts hat nicht jeder Mensch in jedem Land das Recht, seine Meinung frei und straffrei zu äußern.

Die Situation von SchriftstellerInnen und JournalistInnen in einigen Ländern unserer Welt macht betroffen und hilflos zugleich. Ohne Zweifel brauchen diese Menschen Unterstützung und Solidarität seitens anderer Länder und vor allem sollten wir nicht müde werden, auf die Schicksale dieser Menschen und das Unrecht, das ihnen widerfährt, aufmerksam zu machen.

Dieser wichtigen Aufgabe widmet sich der Gießener Verein „Gefangenes Wort e.V.“. Ich hatte die Gelegenheit, mit der Vorsitzenden Madelyn Rittner und ihrem Vorgänger Daniel Schneider über ihre Arbeit im Verein zu sprechen. Der 2012 gegründete Verein geht aus einer studentischen Initiative aus dem Jahr 2008 hervor, als Studierende der Germanistik ein Seminar zum Thema Meinungsfreiheit besuchten.

Bis heute macht „Gefangenes Wort e.V.“ auf Verstöße gegen das Menschenrecht der Meinungsfreiheit auf der ganzen Welt aufmerksam und versucht, die betroffenen JournalistInnen und AutorInnen nach Kräften zu unterstützen.

 

Dieses Jahr findet der Bücherflohmarkt schon am 25.06. statt
© www.gefangenes-wort.de

 

Die Öffentlichkeitsarbeit dreht sich vor allem um den seit 1980 begangenen „Writers in Prison-Day“ am 15. November. Zu diesem Anlass veranstaltet „Gefangenes Wort e.V.“ seit Jahren Bücherflohmärkte. Vor allem Studierenden am Campus Philosophikum werden die Flohmarktstände im Wintersemester schon aufgefallen sein.

Abseits konkreter Spendenaktionen und Petitionen geht es dem Verein vor allem darum, Verstöße gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. So erscheint etwa an jedem ersten Samstag im Monat im „Gießener Anzeiger“ eine Kolumne, die auf einen Einzelfall hinweist und über die Situation der Meinungsfreiheit im jeweiligen Herkunftsland aufklärt.

Beim Fischer-Verlag erschien vor Kurzem eine Anthologie in Zusammenarbeit mit dem deutschen PEN © S. Fischer Verlag

Neben Bücherflohmärkten organisiert der Verein auch regelmäßig Lesungen mit im Exil lebenden Autoren, vor allem im Rahmen der Veranstaltungsreihe „W.i.E. erzählt…“ („Writers in Exile“, Anm. d. Red.). Auch auf künstlerischer Ebene wurden Verstöße gegen die Meinungsfreiheit im Rahmen der Ausstellung „Von Rebellen, Ketzern, Träumern und Tollköpfen. Meinungsfreiheit und Zensur weltweit“ (2014) aufmerksam gemacht. Durch Länderplakate und eine Installation des Gießener Künstlers Piervoj Ogonjok hat der Verein in der Universitätsbibliothek und auch in Friedrichshafen Aufklärungsarbeit geleistet und die internationale Situation der Meinungsfreiheit beleuchtet.

Die Aufklärungsarbeit, Aktionen und Veranstaltungen des Vereins können einerseits durch einen Mitgliedsbeitrag, andererseits aber auch durch aktives Engagement unterstützt werden. Die Aufgaben sind dabei vielfältig.

 

Die Aufgabenverteilung und der Arbeitsaufwand können dabei jederzeit variiert werden:

 

Schon am Sonntag (25.06.) gibt es eine Gelegenheit, den Verein und seine Arbeit näher kennen zu lernen: Zeitgleich mit dem Straßenfest „Fluss mit Flair“ gibt es von 10 bis 17 Uhr auf dem Vorplatz der Kongresshalle einen Bücherflohmarkt, dessen Erlös der Vereinsarbeit zugutekommen soll. Aber auch im Herbst ist „Gefangenes Wort e.V.“ im kulturellen Leben in Gießen präsent.

 

In Zeiten des aufkommenden Rechtsrucks, Verschwörungstheorien und Fake-News wird es immer wichtiger, sich dafür einzusetzen, dass AutorInnen und JournalistInnen weltweit in Freiheit leben und arbeiten können. „Gefangenes Wort e.V.“ zeigt, dass man Unterdrückung nicht hilflos gegenüberstehen muss. Jeder und jede von uns kann einen Beitrag dazu leisten, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht nur ein in der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte verankerter Artikel ist, sondern auch gelebt wird.

 

Ein Beitrag von Lena Frewer

„Sollte Hochschulsport für alle Studierenden verpflichtend sein?“ – Warum wir Debattieren lernen sollten

Oliver Drewes führte durch den Abend © Anna Groos

Gespannt warten wir auf unseren Plätzen auf den Beginn des dieses Jahr zum zweiten Mal stattfindenden Debattierduells „Studis vs. Profs“ des Debattierclubs Gießen. Während Oliver Drewes, Mitglied des Clubs und Moderator des Abends, den Zuschauern die Regeln eines solchen Wettkampfes erklärt, bereiten sich die Kandidaten auf das Duell vor. Die per Los gezogene und vom Publikum unter Applausabstimmung gewählte Frage des Abends lautet: „Sollte Hochschulsport für alle Studierenden verpflichtend sein?“ Auch die jeweilige Position, welche das Team vertreten muss, wird per Publikumsabstimmung zugeteilt. Das Team der Studierenden, die dafür argumentieren, müssen sich nun gegen die Professoren, die für die Contra-Seite stimmen sollen, behaupten: Schließlich gilt es den Sieg der Professoren des vorherigen Jahres wieder wett zu machen!

Prof. Dr. Cora Dietl ging für die Germanistik an den Start
© Lena Frewer

Die jeweils drei Kandidaten der Teams vertreten abwechselnd ihre Standpunkte, indem es jeweils einen Eröffnungsredner, einen Ergänzer und einen Schlussredner gibt. Für das Team der Professoren treten die Professorin für Literaturgeschichte, Fr. Cora Dietl, Prof. Miethe (am Institut für Erziehungswissenschaften) und Prof. Adriaan Dorresteijn (am Institut für Biologie) an, während die Seite der Studierenden von Roxana Stein, Philipp Heilmann und Sören Rösel vertreten wird. Die Studierenden argumentieren mit einer Gesundheitsverbesserung und Leistungssteigerung. Der Rücken schmerze vom langen Sitzen und ein verbindlicher Sporttermin im Stundenplan könne da nur förderlich sein. Doch die Professoren sehen das ganz anders: Eine Leistungssteigerung durch Sport sei durch keine Studie nachgewiesen worden, und die Argumente gehen noch weiter: In einem verpflichtenden Hochschulsport sei eine beginnende Militarisierung zu sehen, man denke nur mal an vergangene Zeiten, fügt Fr. Professor Miethe an, die zum Schluss auch als beste Rednerin von der Ehrenjury ausgezeichnet wird. Das Team der Professoren trägt zum zweiten Mal den Sieg mit Nachhause – ganz kollegial wird jedoch die Siegertorte mit allen Anwesenden geteilt – „Damit wir nicht doch noch Sport machen müssen“, so Cora Dietl.

„Debattierclubs sind wichtig!“

Die siegreichen Professoren empfangen ihren Preis
© Lena Frewer

Aber nicht nur der Inhalt der Debatte oder die Rhetorikqualität der Vortragenden steht an diesem Abend im Vordergrund. Ernste Worte richtet die Ehrenjury, die aus der Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich, Ex-Regierungspräsident Lars Witteck sowie dem amtierenden deutschen Meister im Debattieren, Lennart Lokstein besteht, zum Thema Meinungsfreiheit, Streitkultur und Demokratie an die Zuschauer. „Wenn jeder nur noch mit Menschen gleicher Meinung spricht und sich seine eigene Faktenwelt schafft, wird es gefährlich“, so Witteck. „Wir brauchen den Diskurs, um zu guten Ergebnissen in unserer Gesellschaft zu kommen“, „gerade in Zeiten des Populismus, schließt Fr. Weigel-Greilich daran an, freies debattieren sei wichtig – „Debattierclubs sind wichtig!“.

Am Ende habe man den Eindruck, dass man ein besseres Verständnis vom Thema hat, erklärt Lennart Lokstein, außerdem

Die Siegertorte wurde nach der Debatte gemeinsam verspeist
© Lena Frewer

mache debattieren auch eine Menge Spaß. Debattieren helfe einem außerdem, berufliche, aber auch soziale Kompetenzen auszubauen: „Man lernt schnell, sich in neue Themen analytisch einzudenken, das hilft überall im Leben!“, so Lokstein. Deshalb hofft er auch, möglichst viele Menschen durch das Debattieren erreichen und vielleicht sogar zum Debattierclub hinführen zu können.

Beim Debattierclub sind wir von Justus Radio keine ganz unbekannten Gäste: 2015 statteten wir den Wortakrobaten bereits einen Besuch ab und durften sogar an einer Debatte teilnehmen. Wie es uns dabei ergangen ist, lest ihr hier: http://www.justusradio.de/?p=408

Der Georg-Büchner-Debattierclub trifft sich immer dienstags, 18 Uhr, in Hörsaal 21 in der Licher Straße 68. Donnerstags finden außerdem ab 18 Uhr in der Alten Universitätsbibliothek (Bismarckstr. 37) Debatten auf Englisch statt.

 

 

 

Ein Beitrag von Anna Groos und Lena Frewer

Engagierte hinter den Kulissen

Jedes Jahr im Januar finden an unserer Uni Hochschulwahlen statt. Ein Wintersemester ist jedoch nicht nur ein politischer Neubeginn: Die meisten Erstsemester starten ihr Studium im Wintersemester. Nach gut drei Monaten Studium sehen sich viele Studienanfänger ihrer ersten universitären Wahl konfrontiert und sind damit meistens ziemlich überfordert.

Wir von Justus Radio haben seit einiger Zeit eine kleine Tradition geschaffen, uns zu jeder neuen Wahlperiode mit hochschulpolitischen Themen zu beschäftigen. In diesem Jahr haben wir Friederike Langenhorst und Yavuz Selim Daskin vom studentischen Wahlausschuss vors Mikro geholt.

Mitglied des studentischen Wahlausschusses kann werden, wer sich durch eine Liste dazu vorschlagen lässt. Yavuz und Friederike zum Beispiel wurden von den Jusos zum Wahlausschuss beordert. Damit können sie sich selbst nicht mehr als Kandidat/in zur Wahl stellen. Der Wahlausschuss ist vor allem mit der Organisation der Wahl betraut:

 

Die Vorbereitung der Hochschulwahlen braucht eine lange Vorlaufzeit. Yavuz, Friederike und die anderen Mitglieder des Wahlausschusses sind damit das gesamte Semester beschäftigt:

 

© studentischer Wahlausschuss, Universität Gießen

Durch ihre Mitarbeit an der Vorbereitung, Werbung und Durchführung der Wahl kennen sie sich also bestens mit den zur Wahl stehenden Gremien aus. Während sich der Fachschaftsrat und der Fachbereichsrat, der sich aus Lehrenden und Studierenden zusammensetzt, in erster Linie mit Fragen des Lehrbetriebs auseinandersetzt, hoben Friederike und Yavuz im Gespräch vor allem die Rolle des Studierendenparlaments hervor. Die Mitglieder des Parlaments wählen den AStA und setzen sich aus Kandidaten verschiedener Listen zusammen – dieses Jahr stehen beispielsweise Kandidaten der Jusos, der Grünen Köpfe, der StudentenUnion, der Liberalen Hochschulgruppe oder der Demokratischen Linken zur Wahl.

Viele Annehmlichkeiten, die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind, sind vor allem der Arbeit des AStA zu verdanken:

 

Wahlurnen waren gestern, heute wählt man online © studentischer Wahlausschuss, Universität Gießen

Obwohl hochschulpolitische Entscheidungen oft direkten Einfluss auf unseren Alltag nehmen, ist die Wahlbeteiligung bei den jährlichen Hochschulwahlen erschreckend gering. Lag die Quote 2014/15 noch bei 17,54% bei den Wahlen des Studierendenparlaments, lässt sich im Folgejahr seit der Einführung der Online-Wahl ein Trend nach oben verzeichnen:

 

Die Online-Wahl brachte nicht nur eine Verbesserung der Wahlbeteiligung mit sich; auch der Wahlausschuss hat es seit dem Ende der klassischen Urnenwahl leichter. Das weiß vor allem Friederike zu schätzen, die schon im Wahlausschuss war, als es noch die Urnenwahl gab:

 

Trotz einer Erleichterung der Arbeitsabläufe, die die Einführung der Online-Wahl mit sich brachte, ist die Arbeit im studentischen Wahlausschuss ein Full-time-Job:

 

Neben den wählbaren KandidatInnen sind es vor allem Menschen wie Yavuz und Friederike, die durch ihre Arbeit dafür sorgen, dass Hochschulpolitik funktioniert. Damit das auch morgen und übermorgen noch so sein kann, kommt es vor allem auf euch als WählerInnen an. Den geringstmöglichen Beitrag, den ihr zu einer funktionierenden Hochschulpolitik leisten könnt, ist, wählen zu gehen.

Und dafür müsst ihr mittlerweile nicht einmal mehr die Füße auf den Boden setzen. Ob im Liegen, Sitzen oder Stehen: gewählt wird hier: https://wahl.uni-giessen.de

 

 

Ein Beitrag von Franziska Ohl und Lena Frewer

Du bist, was du studierst?! – Folge 3: Literaturwissenschaft


BWLer sind reich und elitär, Literaturwissenschaftler rauchen den ganzen Tag vor der CuBar, angehende Grundschullehrer können nicht mehr als basteln…

Jeder von uns begegnet im Laufe seines Studiums den unterschiedlichsten Klischees, die den eigenen Studiengang betreffen. Wir waren mit unserem Mikro auf verschiedenen Campusbereichen unterwegs und sind auf die Suche nach Klischees gegangen.

 

Was uns der Autor damit sagen will? – Literaturwissenschaftler sind eigentlich gar nicht so übel. Also schnappt euch eure Reclamhefte und kommt auf einen Club Mate in der CuBar vorbei 😉

 

 

Ein Beitrag von Lilian Hekmat und Lena Frewer

Du bist, was du studierst? – Folge 2: Philosophie

© Pinterest

BWLer sind reich und elitär, Literaturwissenschaftler rauchen den ganzen Tag vor der CuBar, angehende Grundschullehrer können nicht mehr als basteln…

Jeder von uns begegnet im Laufe seines Studiums den unterschiedlichsten Klischees, die den eigenen Studiengang betreffen. Wir waren mit unserem Mikro auf verschiedenen Campusbereichen unterwegs und sind auf die Suche nach Klischees gegangen.

 

 

Fortsetzung folgt…

 

 

 

Ein Beitrag von Anna Charlotte Groos und Johanna Nies

Du bist, was du studierst? – Folge 1: Wirtschaftswissenschaften

bild_quellejustustumbwl-deBWLer sind reich und elitär, Literaturwissenschaftler rauchen den ganzen Tag vor der CuBar, angehende Grundschullehrer können nicht mehr als basteln…

Jeder von uns begegnet im Laufe seines Studiums den unterschiedlichsten Klischees, die den eigenen Studiengang betreffen. Wir waren mit unserem Mikro auf verschiedenen Campusbereichen unterwegs und sind auf die Suche nach Klischees gegangen.

 

Fortsetzung folgt…

 

 

Ein Beitrag von Johanna Nies und Anna Charlotte Groos

Von Neugier und Engagement STARK profitieren

Mit der Jahrtausendwende bahnte sich auch in der europäischen Universitätslandschaft eine neue Ära an. Seit 1999 die Bologna-Reform beschlossen wurde, hat sich einiges getan für junge, angehende Akademiker: Der Umstieg auf das Bachelor- bzw. Mastersystem und die damit verbundene Modularisierung haben in vielen Fachbereichen dafür gesorgt, dass der Universitätsbetrieb sich mehr und mehr an die Strukturen der Schule annäherte und die Vorstellung vom unabhängigen und freigeistigen Studenten zunehmend romantisch wurde.

Holger Sturm begrüßt die Tagungsbesucher © Maurice Jelinski

Holger Sturm begrüßt die Tagungsbesucher © Maurice Jelinski

Diesen Problemen sah sich auch Holger Sturm, Studienrat an der Goetheschule Wetzlar und pädagogischer Mitarbeiter an der Professur für mittelalterliche Geschichte an der JLU, in seinem täglichen Lehralltag an der Universität konfrontiert. Im Jahre 2015 unseres Herrn und siebten Jahr unseres Präsidenten begab er sich vor die Fachschaft der Historiker, seine Vision zu verkünden:

 

 

 

© Simone Brehmer

© Simone Brehmer

Von Sitzung zu Sitzung nahm Holger Sturms Idee Form an – eine studentische Initiative war geboren. Von Beginn an stand der „STudentische ARbeitsKreis Geschichts- und Kulturwissenschaften“ für Austausch und Offenheit für neue Themen und Ideen.

Neben dem Gründer höchstselbst sprachen auch Simone Brehmer und Larissa Sebastian, Mitglieder der ersten Stunde, mit mir über ihre ganz persönliche Motivation, STARK beizutreten.

 

 

 

Wichtig war von Anfang an auch der interdisziplinäre Charakter. Hier haben verschiedene Fachrichtungen des gesamten Fachbereichs die Möglichkeit, sich über ihre spezifischen Interessen auszutauschen, um sich so gegenseitig inhaltlich zu bereichern.

Thomas Urban vom Herder-Institut während seines Vortrags © Maurice Jelinski

Thomas Urban vom Herder-Institut während seines Vortrags © Maurice Jelinski

 

Von Beginn an dabei: Kay-Ole Hamacher © Maurice Jelinski

Von Beginn an dabei: Kay-Ole Hamacher © Maurice Jelinski

Schon im Dezember 2015, vier Monate nach der Gründung, richtete der Arbeitskreis seine erste Tagung aus. Es ging um das Thema „Nachbarschaft“, ein facettenreiches Thema, dem in jeder historischen Epoche eine andere Bedeutung zukommt. Bereits hier trat hervor, was STARK von Beginn an und auch jetzt noch auszeichnet: Interdisziplinärer, epochenübergreifender Austausch und die Begeisterung, sich auf neue Themen einzulassen.

 

 

Ein Ausflug in die Botanik beim Workshop © Maurice Jelinski

Ein Ausflug in die Botanik beim Workshop © Maurice Jelinski

Im Juni 2016 folgte dann mit „Im Bilde sein“ der erste Workshop von STARK, in dem es um die Rolle von Bildern als historische Quelle ging. Erstmals war zu dieser Veranstaltung ein externer Vortragender geladen: Thomas Urban vom Herder-Institut in Marburg gewährte Einblicke in das institutseigene Bildarchiv und stellte ausführlich die Datenbank vor.

Diese beiden Veranstaltungen, die die noch junge Initiative erfolgreich meistern konnte, setzen vor allem voraus, dass sich alle Mitglieder in der Planung einbringen. Jeder Einzelne muss seinen Teil dazu beitragen, dass diese Projekte funktionieren. Engagement muss dabei nicht immer inhaltlich erfolgen:

 

 

In diesem Semester steht vor allem die Publikation des im Rahmen der Tagung entstandenen Sammelbandes an. STARK konzentriert sich in den nächsten Monaten vor allem auf Werkstattsitzungen, in denen Studierende oder Alumni ihre laufenden oder abgeschlossenen Forschungsprojekte präsentieren und zur Diskussion stellen können.

In diesem Semester steht vor allem die Publikation des im Rahmen der Tagung entstandenen Sammelbandes an. STARK konzentriert sich in den nächsten Monaten vor allem auf Werkstattsitzungen, in denen Studierende oder Alumni ihre laufenden oder abgeschlossenen Forschungsprojekte präsentieren und zur Diskussion stellen können.

© Simone Brehmer

© Simone Brehmer

Die nächste Werkstattsitzung findet am 23. November um 15:30 Uhr in Raum C 027 (Philosophikum I) statt. Oliver Hegedüs wird seine Master-Thesis im Fach Geschichte vorstellen. Sie trägt den Titel „Ein Dönhoff kommt selten allein“? — Migrationserfahrungen in der Familiengeschichtsschreibung der Dönhoff im 17. und 18. Jahrhundert“. Oliver Hegedüs studiert seit dem Wintersemester 2014/15 den Masterstudiengang „Geschichte“ an der JLU.

Der Arbeitskreis ist für alle Interessierten auf verschiedenen Wegen zu erreichen. Neben der Website (http://www.uni-giessen.de/fbz/fb04/studentische_gruppen/stark-studentischer-arbeitskreis ) ist die Gruppe auch über stud.ip zu erreichen und in der analogen Welt begegnet man STARK regelmäßig in Form von Plakaten in Haus A und C am Philosophikum I.

In den regelmäßig stattfindenden STARK-Sitzungen wird den Mitgliedern nicht nur eine Diskussionsplattform für neue Ideen geboten. Mindestens genauso zuverlässig wie ein reger fachlicher Austausch sorgt der Name der Initiative immer wieder für Erheiterung…

 

Ein Beitrag von Lena Frewer

Entdecken. Erfahren. Erleben.

Neue Leute kennen lernen, die man sonst nie getroffen hätte, fremde Gerüche wahrnehmen, Spaß haben und neuen Aufgaben und Herausforderungen entgegen treten…

AIESEC

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Wer träumt nicht davon, ein paar Wochen dem tristen Alltag in Deutschland zu entfliehen und in einem anderen Land neue Erfahrungen zu sammeln?!

Genau diese Möglichkeit bietet die Studentenorganisation AIESEC, welche in ganz Deutschland durch Lokalkomitees vertreten ist, mit ihrem Programm „Global Citizen“. Ich habe mich mit den zwei Mitgliedern Jasmin Weyel und Seda Evirgen des Lokalkomitees Gießen-Marburg getroffen, um ein bisschen mehr über AIESEC zu erfahren.

Aber was genau ist AIESEC eigentlich?

 

Bis zum Sommer ist es nicht mehr weit und daher ist es auch interessant, dass man sich jetzt noch für diese Semesterferien bewerben kann! Deswegen habe ich für euch die wichtigsten Fakten dazu nachgefragt:

Welche Projekte bietet AIESEC an?

 

Und wie sieht es mit den Kosten und dem Bewerbungsverfahren aus?

 

Nun gibt es ja viele verschiedene Möglichkeiten als Student im Ausland ein Praktikum zu machen – welche Vorteile hat also AIESEC im Gegensatz zu anderen Organisationen?

 

Zudem ist zu erwähnen, dass man von AIESEC in der Regel auch eine Unterkunft, meist in einer Gast-Familie, gestellt bekommt und vor Ort immer ein Ansprechpartner vorhanden ist, sollte doch mal etwas schief gehen.

Ihr habt Lust bekommen ein freiwilliges Projekt im Ausland zu machen oder wollt euch einfach mal unverbindlich über AIESEC und die derzeit offenen Projekte informieren?

Dann schaut vorbei bei https://aiesec.de/giessen/ oder auf Facebook oder schreibt eine Mail an:

Ogcdp.giessen@aiesec.de

 

Ein Beitrag von Anna Charlotte Groos